Was sind Bundeswertpapiere und für wen eignen sie sich?
Bundeswertpapiere sind in jedem Fall festverzinsliche Wertpapiere, die von der Bundesrepublik Deutschland ausgegeben werden. Sie dienen der Finanzierung Deutschlands und sollen bestimmte Defizite schließen. Die am häufigsten genutzten Bundeswertpapiere sind Finanzierungsschätze, Bundesschatzbriefe sowie Bundesobligationen. Sie zeichnen sich vor allem durch eine hohe Sicherheit sowie durch eine feste Verzinsung aus. Sie werden aus diesem Grund vor allem von sicherheitsorientierten Anlegern gekauft, aber auch für die Anlage von Geldern für Kinder sind sie bestens geeignet. Die Laufzeit von Bundeswertpapieren kann von einem Jahr (Finanzierungsschatz) bis hin zu 30 Jahren (Bundesanleihen) betragen.
Die kurz- und mittelfristigen Bundeswertpapiere, die Bundesfinanzierungsschätze sowie die Bundesschatzbriefe, können vom Anleger täglich neu erworben werden, und zwar im Rahmen der Neuemission. Hierunter versteht man die Ausgabe neuer Wertpapiere.
Bundesfinanzierungsschätze
Bundesfinanzierungsschätze weisen Laufzeiten von einem und zwei Jahren aus. Während dieser Laufzeit sind die Anlagen nicht verfügbar. Finanzierungsschätze werden immer als abgezinste Anlagen verkauft, der Zinsertrag für die gesamte Laufzeit wird hierbei vom Kaufbetrag abgezogen, die Rückzahlung des Papiers erfolgt zum Laufzeitende dann zum Nennbetrag. Durch die Ansammlung der Zinsen entsteht bei den zweijährigen Papieren ein Zinseszinseffekt.
Bundesschatzbriefe
Ebenfalls sehr begehrt sind Bundesschatzbriefe. Sie weisen Laufzeiten von sechs (Typ A)bzw. sieben Jahren (Typ B) aus. Im Gegensatz zu den Finanzierungsschätzen sind Bundesschatzbriefe mit einem steigenden Zins ausgestattet, der bereits bei Emission fest vereinbart ist. Weiterhin haben Anleger bei Bundesschatzbriefen die Möglichkeit, diese nach Ablauf von einem Jahr an den Bund zurückzugeben. Diese Rückgabe ist allerdings auf einem Betrag von 5.000 Euro pro Person und Monat beschränkt. Die beiden Typen der Bundesschatzbriefe unterscheiden sich nicht nur in der Laufzeit, sondern auch in der Art der Zinszahlung. So erhalten Anleger die Zinsen beim Typ A jährlich, und zwar immer zum Jahresende, der Typ B sammelt die Zinsen über die Laufzeit an und zahlt sie erst am Ende aus. Dies verschafft auf der einen Seite einen Zinseszinseffekt, auf der anderen Seite müssen die Zinsen bei Fälligkeit aber in einer Summe versteuert werden, was unter Umständen zu einem Steuerabzug führen kann.
Bundesanleihen
Die langfristigen Bundeswertpapiere, die Bundesanleihen sowie die Bundesobligationen, werden nicht täglich neu herausgegeben, sondern sie können an der Börse zum jeweiligen Kurs gehandelt werden. Wie bei anderen festverzinslichen Wertpapieren auch richtet sich dieser Zins vor allem nach dem herrschenden Zinsniveau im Verhältnis zum Zinssatz des Wertpapiers.
Kauf von Bundeswertpapieren
Bundeswertpapiere können bei jeder Bank erworben werden. Allerdings sind beim Erwerb hier Kaufgebühren sowie Depotgebühren für die Verwahrung zu beachten. Günstiger können Bundeswertpapiere über die Deutsche Finanzagentur GmbH erworben werden. Sowohl der Kauf wie auch der Verkauf der Bundeswertpapiere ist hier kostenfrei, auch die Verwahrung erfolgt ohne die Berechnung von Gebühren. Nachteilig ist allerdings, dass Anleger hier keinen direkten Ansprechpartner haben. Sie müssen sich somit um Depoteröffnung, Kauf- und Verkaufsabwicklung sowie um die Stellung von Freistellungsaufträgen selbst kümmern.